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03.11.2016 14:36 Uhr - Aktualisiert 12.04.2017 16:19 Uhr

Familie
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Joggen im Takt

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(dpa) Laufen ohne Musik? Für immer mehr Hobbyläufer scheint ein Training ohne Kopfhörer oder Stöpsel im Ohr undenkbar zu sein. Gerade das Hören des Lieblingssongs hilft vielen dabei, sich zu motivieren und voll durchzustarten. Ungeübten Läufern kann es jedoch passieren, dass sie sich mit Musikbegleitung überschätzen und überanstrengen."

Laufpartner statt Kopfhörer: Wer nicht allein läuft, kann auf Musik getrost verzichten. © picture alliance / dpa

"Denn nicht die Musik sollte der Taktgeber für das Lauftempo sein, sondern das individuelle Körpergefühl", warnt Professor Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Musik diene lediglich der Motivation. Warnsignale wie Erschöpfung oder Überbeanspruchung durch zu schnelles Laufen müssen vom Körper erkannt werden.

Auch ist das aktuelle Lieblingslied nicht immer die perfekte Begleitung zum Laufen. Denn um die Leistung durch Musik zu steigern, sollte das Tempo des Songs mit dem Lauftempo übereinstimmen.

Aber wie findet man die optimale Musik für sein Training? Entscheidend sind die "beats per minutes" (bpm) eines Songs, also die Rhythmusschläge pro Minute, die mit der Schrittfrequenz übereinstimmen sollten. Diese untermalen den natürlichen Bewegungsrhythmus und können dadurch die Laufqualität verbessern. Ein Richtwert für den optimalen Taktgeber liegt bei einem durchschnittlichen Läufer bei ungefähr 140 bis 160 bpm.

Diese werden zum Beispiel in Songs wie "Take on me" von a-ha, "Move in the right direction" von Gossip und in Daft Punks "Harder, better, faster, stronger" erreicht. Für diejenigen, die beim Training nicht auf ihre Lieblingsmusik verzichten möchten, bieten Streaming-Dienste vorgefertigte Running-Playlisten an, bei denen die Musik der Lieblingsinterpreten bereits mit den passenden bpm unterlegt ist.

Zwar belegen wissenschaftliche Studien, dass die Leistung beim Laufen durch passende Beats um bis zu 15 Prozent gesteigert werden kann, jedoch sollte man nicht immer mit Musik trainieren. Völlige Stille ermöglicht ein stärkeres Gespür für den Körper: Man kann sich besser auf die Atmung konzentrieren und den Grad der Erschöpfung genauer einschätzen. Ebenso wird die Arbeit der Muskulatur ohne Klangkulisse intensiver erlebt.

Da Musik aber den Spaß an der Bewegung fördert, ist hier das Motto: "Die Abwechslung macht's", sagt Froböse. "Hobbyläufer können an Tagen, an denen sie nur mäßig motiviert sind, Musik einsetzen, aber an guten Tagen sollte eine Laufrunde im Stillen zurückgelegt werden." Je nach Tagesform können so optimale Leistungen erzielt werden.

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